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Donnerstag, 11. Oktober 2018

95 Der Fluch der Zügelkartons

Nun bin ich also umgezogen. Von Tsüri nach Tsüri.
Das erste Mal wieder seit 9 Jahren.
Und ich weiss auch, wieso:

Zügeln ist einfach scheisse!! DRAKARIS!!!!

Und warum?
Wegen der Zügelkartons!!
Jawoll, genau, ich HASSE Zügelkartons (oder heisst es -kartöner auf gut Schweizerdeutsch?) Sie sind eigentlich der Grund allen Übels.

Erst muss man sie ja mal besorgen, da fängt's schon an. Wenn sie kein Kumpel grad im Keller hat, muss man dafür echt tief in die Tasche greifen, hab ich gemerkt. Sehr tief, denn ich brauchte deutlich mehr als beim letzten Umzug. So ungefähr doppelt so viele. Über die Jahre sammelt sich halt Zeug an, das merkt man jeweils erst so richtig, wenn man es wieder verpacken muss. 
"Isch doch super, denn chasch wieder mal ussortiere!", meinten meine Freunde, als ich einmal mehr über die Züglerei klönte. Aber ehrlich gesagt, fand ich beim Kartons Packen nichts, dass ich nicht UNBEDINGTUNWIDERRUFLICHLEBENSNOTWENDIG mitnehmen wollte. Und ich fragte mich: Oh mein Gott, wie konnte ich damals vor 9 Jahren nur mit so wenig Sachen überleben?
Aber logo, als ich dann in der neuen Wohnung wieder alles auspackte, fand ich plötzlich: "Hä? Warum hab ich das und das nicht weggeschmissen? Und wieso ist eine Wohnung, fast doppelt so gross wie meine alte, jetzt schon wieder total vollgestopft mit meinem Zeug??"
Gut, der Vorteil, wenn man in eine grössere Wohnung zieht, ist: Man kann sein Zeug jetzt ein bisschen besser verteilen.
Tatsächlich passen meine 3459034 Küchenutensilien (die ich besitze, obwohl ich nie koche) jetzt alle endlich in die dazugehörigen Kästchen und Schubladen, was für mich alte Ordnungsfanatikerin besser ist als Sex! Und hey: Meine Handtaschen haben jetzt einen eigenen Einbauschrank!

Aber zurück zu den fucking Zügelkisten, den Antihelden dieses Textes. 
Also, das Besorgen ist schon mal scheisse, wenn man kein Auto hat, gleich noch mehr. 
Dann muss man die Dinger auch noch alle mühsam zusammenkleben (nehmt nicht die, die man nur so zusammenfalten muss - die halten nicht, und eure Unterwäsche liegt dann plötzlich im Treppenhaus. Kleiner Gratistipp...) 
Dann folgt das Befüllen. Was soll wo rein, was zuerst, was zuletzt? Zu hohe Mathematik für mich. Ich bin da mehr so der Typ "Reinschmeissen, solangs Platz hat, die Pfannen zur Bettwäsche und die Bücher unter die Schuhe und so". 
Kommen wir zum Schleppen. 
Awful. Obwohl ich natürlich starke Helfer hatte. Trotzdem spür ich noch heute Muskelkater in den Armen und meine Hüften sind blau, vom Abstützen. 
Sind die Kartons erst mal in der neuen Wohnung, hört die Tortur aber noch nicht auf. Ne-eeeiiiinnnn, denn wenn man nicht 3 Jahre in ihrer Mitte leben will, muss man sie ganz schnell auspacken und flachstampfen.
Und dann aus dem Blick schaffen, in den Keller.

Ich glaube, ich habe unseren Lift ungefähr 5 Mal gefüllt mit diesen scheiss Dingern. Und es ist ja auch nicht so, dass es in meinem Keller jetzt noch Platz hätte für wirklich WICHTIGE Sachen, so wie ausgediente Velos, Kleider oder Blumentöpfe, die man ganz sicher irgendwann mal wieder irgendwo brauchen kann, nööööö - die Zügelkartons nehmen natürlich drei Viertel des gesamten Raumes ein! DANKE AUCH!!
Zügelkartons - sie sind ein bisschen wie unglückliche Affären: Man kann nicht mit, aber auch nicht ohne sie. Aber jetzt kann ich meine Affäre ja erstmal wieder etwas ruhen lassen. Unten, in meinem dunklen Keller....

Und übrigens: Meine neue Wohnung ist echt schön!