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Sonntag, 31. Juli 2016

55 Suchthaufen

So. Ihr habt mir ja nach dem letzten Blogpost eure Themenwünsche gemailt, gepostet, hinterhergeschrien. 
Gewonnen hat... (TROMMELWIRBEL!!)... das Thema... SUCHT! Ich gratuliere ganz herzlich!

Ob ich eine Sucht habe, wurde ich gefragt. 
Ja, jetzt grad schon. 
Sie heisst Game of Thrones.

Jahrelang habe ich mich davor gesträubt, Serien zu kucken, weil ich meine Freizeit nicht vor der Glotze verbringen wollte wie so eine Hausfrau. Dann wurde der Druck aber immer grösser, ich konnte ja nie mitreden, wenn es um Jon Snow und den Iron Throne ging. Also dachte ich, nur kurz mal eine Folge streamen, vielleicht gefällt's mir ja gar nicht, immer diese Schlachten, dieses Fantasiezeugs - ähä! Sechs Staffeln in drei Wochen. Ist das Rekord?

Jedenfalls hatte ich kein Sozialleben mehr. In die Bar gehen am Feierabend, an den See, an eine Party? Nö. Lieber vor den Laptop. Zum Znacht ein, zwei Folgen Game of Thrones. Vor dem Schlafen gehen auch. Am Morgen beim Zähneputzen. 
Schlafmangel schlich sich ein. Die Wäsche blieb liegen. Das dreckige Geschirr auch. So sieht es bei Meth-Süchtigen zu Hause aus, oder? Egal.


Süchtige finden sich ja auch immer, denn Sucht verbindet. Bald wusste ich zum Beispiel, wer ausser mir in meinem Umfeld auch so gebannt am Bildschirm klebt. Und wer im Büro der grösste GoT-Crack war. Der natürlich nicht nur die Serie gekuckt, sondern auch sämtliche Bücher plus Sekundärliteratur gelesen hatte. Das ist sehr nützlich, denn GoT ist mit seinen gefühlten 39432 Handelssträngen ja doch eher komplex. Da hat man schon mal ein paar Fragen: wer ist jetzt genau mit wem verwandt? Wie genau pflanzen sich die Giants weiter, denn ich sehe nur männliche? Also, eigentlich sehe ich überhaupt immer nur einen? Wieso legen überdimensionale Drachen Eier in der Grösse von Avocados? 

Schön ist auch, dass die Serie sowohl uns Frauen als auch den Männern einiges zu bieten hat. Den Männern eigentlich ein bisschen mehr, denn die Frauen in GoT sind andauernd nackt und willig. Und natürlich wahnsinnig schön. Wie war das beim Casting? Mussten die sich alle zuerst ausziehen? "Sorry, du spielst zwar super, aber ich seh da einen Schwangerschaftsstreifen und deine Brüste hängen leicht, da können wir dich leider nicht nehmen." 
Heisse Männer gibt es in GoT aber auch zuhauf. Allerdings kommt man da als Frau leicht in einen moralischen Zwist, denn die heissesten sind oft auch die grössten Arschlöcher: Vergewaltiger, Mörder, sadistische Quäler, sexistische Hinterwäldler. 
Ja, ok, Ramsay hat ganze Völker gehäutet, aber sein walisischer Akzent  und sein knackiges Füdli sind einfach umwerfend!! Nicht jeder steht halt auf den immer politisch korrekten Jon Snow mit seinen herzigen Löckchen, sorry! Darf man öffentlich ja fast nicht sagen, aber in Diskussionen mit anderen GoT-Fans schon. 
Dabei ist aber auch noch wichtig, dass alle in den Staffeln gleich weit sind. Sonst kann es übel Streit oder sogar Tränen geben. "Ist bei dir Robb Stark schon tot?" - "WAAASSSSSSS??? DER STIRBT????!!!!! NEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIINNNNNNNNN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"

Ein Süchtiger ist ja auch immer darum besorgt, wann und wo er seine Sucht das nächste Mal befriedigen kann. Doof für mich, denn die siebte Staffel von Game of Thrones kommt erst in einem Jahr raus.
Ich weiss nicht, wie ich diese lange Wartezeit überstehen soll. Muss ich jetzt doch noch anfangen zu trinken? Zu rauchen? Drogen zu nehmen?

Nein, ich glaube, es gibt keine Ersatzsüchte, wenn es einen mal so richtig erwischt hat. 
Scheisse.

Danke nochmals für diesen Themen-Input. Ich muss jetzt fast ein bisschen weinen.







Donnerstag, 14. Juli 2016

54 Macht mal ihr, jetzt!

So, und nun seid IHR gefordert: das nächste Thema, über das ich hier schreibe, stammt von euch. Also: Vorschläge, bitte! Ich wähl dann einen aus.

Weil ich Geburtstag hab.

Ich freue mich, danke!


Sonntag, 10. Juli 2016

53 Schneeweisschen und Rosenrot

Jetzt wurde es ja endlich doch noch Sommer. Wenigstens vorübergehend. Mit 30 Grad und wolkenlosem Himmel und ganz viel Sonne und so.

Zeit für die Première der alljährlichen Fleischbeschau. Ganz Zürich schwärmt ans Wasser. Ich auch. Knallbunter Bikini auf schneeweisser Haut. Man erkennt mich schon von Weitem, so hell leuchte ich in der Sonne, es blendet richtig.
Das Tuch auf der Wiese ausgebreitet, zuerst etwas aufwärmen an der Sonne, den Rest im Schatten rumliegen. Alles wunderbar.

Abends geht es wieder nach Hause. Es folgt das übliche Sommerritual: mal im Badezimmerspiegel vor dem Duschen checken, ob man schon ein bisschen Farbe bekommen hat.
Und dann die grosse Ernüchterung: 
Nö.
Nicht ein bisschen Farbe. 

EINEN GESAMTEN FARBTOPF!!!
Es leuchtet mir im Spiegel eine feuerrote Leinwand entgegen, mit zwei schneeweissen Flecken im oberen Drittel und einem grösseren in der Mitte. "Barocker Fliegenpilz" würde ich das Gemälde nennen, hätte ich es selber gemalt (was ich ja ehrlich gesagt auch irgendwie habe). Oder "Schneeweisschen und Rosenrot". "Letzte Hexenverbrennung". Es ist so ein lächerlich schlechtes Bild, dass ich ein Selfie machen muss und es einer Freundin schicke.
Sie öffnet das whatsapp im komplett überfüllten Tram. 
Jetzt bin ich wahrscheinlich nicht nur rot, sondern auch noch berühmt.

Schöner Sommer, dieses Jahr. Gut, schifft's morgen wieder und ist kalt. Lange Hosen bei 30 Grad sind nämlich scheisse.